Zurück mit mehr Diskussionen zum Wandel der Kommunikation

Das neue Jahr ist schon ein paar Wochen alt, auch der erste #d2mtalk hat schon stattgefunden, dennoch möchten wir hier nochmals alle im neuen Jahr begrüßen und schon mal viel Kraft und „Resilienz“ (als neues Modewort) für die bevorstehende Zeit wünschen. Das Covid-19-Virus hat uns weiterhin in der Hand und bestimmt unser Leben – aber auch die wirtschaftlichen Entwicklungen und die Möglichkeiten wie Unternehmen in diesem Umfeld agieren können.

Mit der D2M Plattform und seinen Veranstaltungen wollen wir unseren Beitrag für den Erfahrungsaustausch rund um den Wandel der Kommunikation und im Speziellen im Content & Social Media Marketing, Influencer Marketing sowie Social Media & Community Management leisten. Wir freuen uns auch in diesem Jahr auf spannende Gespräche und Eure Teilhabe bei unseren vorerst weithin rein digitalen Events.

Auch dieses Jahr steht der Wandel in der Kommunikation unter dem Einfluß der Corona-Situation, die als Katalysator und „Brennglas“ der Digitalisierung wirkt. Kommunikation muss digital sein – um die Konsumenten zu erreichen. Sie muss aber auch relevant und authentisch sein, um für den Empfänger wirklich wertvoll zu sein. Die digitalen Plattformen nehmen in der Corona-Lockdown-Zeit sowohl eine starke Entertainment- als auch Substitutionsfunktion für das „Social Live“ ein. Hieraus haben sich bereits in 2020 verschiedenen Entwicklungen ergeben, die sehr schön in dem Social Media Trendreport von Hubspot und Talkwalker zusammengefasst wurden.

Social Media Trends aus dem Hubspot & Talkwalker Report

Der Report, der kostenlos über die Hubspot-Website verfügbar und viele ergänzende Informationen und Expertenmeinungen zu den nachfolgenden Trends enthält, hat zehn wichtigen Entwicklungen zusammengefasst, die sehr schön den aktuellen Status-Quo verdeutlichen:

  1. Remixing ist der neue User Generated Content: Mit entsprechenden Kreativ-Funktionen unterstützen Apps wie TikTok, Koji und Instagram Reels die neue Zusammenstellung und Neudeutung von bestehenden Inhalten (Bilder, Videos). Gerade in Zeiten von Lockdowns nutzen User bereits vorhandene Inhalte und remixen diese mithilfe von Ton und Effekten zu neuen Inhalten. => Für Marken gilt es sich mit Vorlagen ein Teil dieser User-Generated-Content-Bewegung zu werden und mit den User interagieren und die UGCs mit eigener Reichweite unterstützen.
  2. Die vier Cs des COVID-19-Contents: Für die Kommunikation in der anhaltenden COVID-19-Krise gelten die folgenden 4 Cs als Leitlinien für die Inhalteerstellung: Community (Gemeinschaft), Contactless (kontaklos), Cleanliness (Hygiene), Compassion (Mitgefühl). => Marken müssen sich auf relevante Inhalte statt aufdringliche Werbung fokussieren und ein Verständnis vom Gemütsstand ihrer Stakeholder haben.
  3. Memes: Memes waren nie wirklich out, werden aber mit dem Remixing-Trend und der Suche nach Ablenkung aus dem Covid-19-Alltag wieder erstarken. Sie lenken vom Negativem ab und verbreiten Spaß. => Die Memes haben sowohl Potentiale als auch Gefahren – hier braucht es ein systematisches Monitoring und eine Verstärkung von interessanten UGC.
  4. Nostalgie-Marketing: „Die guten alten Zeiten“ sind immer ein guter Anker für positive Emotionen und lenken von der derzeitigen Situation ab. => Alte Posts, die an Community (Gemeinschaft) erinnern und Compassion (Mitgefühl) zeigen, unterstreichen die Werte.
  5. A little more conversation(al) Marketing: Der direkte Dialog mit dem Agenten oder dem Chatbot sind zentraler Trend im Online-Marketing in 2021 (siehe hierzu auch die Diskussionen der Shift/CX). => Für Social Media gilt, dass neben den Dialogmöglichkeiten über die Messenger-Systeme der Plattformen auch hier wieder echte Gespräche, relevante Informationen und soziales Engagement von Unternehmen gefordert sind.
  6. Social gaming = gaming social: Vernetztes Spielen mit Freunden und Bekannten gewinnt in Zeiten des Lockdowns deutlich an Bedeutung. Und wer nicht selbst spielt, schaut als Unterhaltung anderen beim Spielen zu – Gewinner sind hier die Live-Streaming-Plattformen mit ihren Formaten wie z.B. Twitch. => Unternehmen müssen analysieren, wie sich in diesem Umfeld platzieren können – z.B. durch ein Sponsoring von Gaming-Gilden wie bei Yello Strom.
  7. Old-School-Marketing für einen neuen Markt: Unter Old-School-Marketing werden klassische Push-Formate wie Newsletter, Website aber auch Podcasts verstanden, die für relevante Inhalte wieder mehr an Bedeutung gewinnt. => Eins ist dabei wichtig – gelesen, gehört und gefolgt wird nur solchen Angeboten, die nutzenstiftende Informationen oder Entertainment bieten.
  8. Social-Media-Giganten passen sich der neuen Normalität an: Facebook, Instagram und Co. werden sich im kommenden Jahr schneller an Trends anpassen und das bedeutet auch, dass Unternehmen darauf vorbereitet sein sollten. => Die digitalen Interaktionsmustern stehen weiter im Wandel und die Plattformen kreieren immer mehr Funktionen um die Kreativität und das Engagement der Nutzer auf der Plattform zu fördern.
  9. Der Aufstieg von digitalen Falschinformationen: 2021 wird das Jahr sein, in dem sich Marken und Social-Media-Kanäle auf die Echtheit von Inhalten konzentrieren und „Fake News“ verstummen lassen. =>  Hier braucht es vorbereitete Strategien, wie Unternehmen mit Fehl- und Falschinformationen umgehen.
  10. Die Stärke einer sozialbewussten Community: Für die heranwachsenden Generationen ist Social Media kein fremdes Terrain, sondern Teil ihrer alltäglichen Kommunikationsräume. Politik, Gleichstellung, Bildung, psychische Gesundheit, Finanzen und sich ändernde Ernährungstrends sind hier „normale“ Gesprächsthemen. Stellung beziehen ist Teil der digitalen Identität. => Die Konsumenten erwarten den Diskurs und nicht die Bevormundung.

Wie bereits vorangestellt – sehen wir in diesen Trends ein immensen Bedeutungszuwachs der digitalen Kommunikation – aber auch Interaktion. Denn Kommunikation in diesem Umfeld darf in 2021 nicht mehr einseitige Push-Kommunikation, sondern sollte jeweils auf den Dialog und den Diskurs ausgelegt sein. Auch der Unterhaltungsnutzen und die Unterstützung des sozialen In-Kontaktbleibens sind für die Konsumente wichtiger Gegenstand der digitalen Kommunikation, wozu auch die Unternehmen mit ihren Maßnahmen beitragen sollten.

Aus unserer Sicht sehen wir für die weitere Diskussion rund um die Professionalisierung der Kommunikationsansätze in diesem Umfeld folgende Punkte und Fragestellungen:

  • Fokus auf hoher Relevanz der Inhalte: Was sind die Ansatzpunkte für eine authentische und relevante Kommunikation? Wie müssen Inhalte „gestrickt“ werden, damit sie relevant und aufmerksamkeitsstark sind? Welche unterschiedlichen inhaltlichen Akzente muss der Content Marketing Ansatz entlang der Customer Journey setzen, um auf Interessenten-/Kundenseite zu räsonieren?
  • Vernetztes und transmediales Storytelling: Wie muss das Storytelling-Konzept aufgesetzt werden, um die Stakeholder auf den unterschiedlichen Plattformen und den verschiedenen Gesprächsanlässen „abzuholen“ und doch eine konstistente Story über alle Kanäle bietet? Was sind die passenden Storytelling-Formate für unterschiedliche Plattformen?
  • Neue Engagement-Potentiale im Umfeld der neuen Live-Entertainment-Formate: Was sind die Erfolgsfaktoren für Live-Events, für das Engagement im Twitch/Live-Streaming-Umfeld, für das Engagement in Remixing-Kampagnen auf TikTok oder Koji oder im Bereich Live-Shopping?
  • Systematische Ausnutzung der Community-Reichweite für Pull-Aufmerksamkeit: Wie können Remixing-Ansätze, Memes und sonstige virale Mechanismen eingesetzt werden, um systematisch mehr Aufmerksamkeit zu ein Unternehmen/eine Marke zu erzielen?
  • Virtuelle Events als Kommunikationsinstrument: Was sind die Erfahrungen mit virtuellen Events als Kommunikationsinstrument (in 2D oder 3D)? Was sind die Herausforderungen und Erfolgsfaktoren?
  • Weitere Professionalisierung des Content Marketing Ansatzes: Wie lässt sich ein systematischer Content Marketing Prozess unternehmensweit etablieren? Welche Bedeutung haben der Newsroom-Ansatz und das Design-Thinking für den Erfolg beim Content Marketing?

Diese Themen und Fragestellungen  sind daher auch Gegenstand unserer Veranstaltungsplanungen für dieses Jahr mit den drei Veranstaltungen D2M Influencer Marketeing FORUM, D2M SUMMIT und D2M Content Marketing Konferenz.

Themenschwerpunkte der D2M Veranstaltungen 2021

Auf unserer neuen Termin-Seite findet Ihr alle soweit geplanten Veranstaltungen der D2M Plattform. Durchgehend begleitend und vorbereitend ist dabei der wöchentliche #d2mtalk mit wechselnden Gästen und Themen, den wir zusammen mit Thorsten Ising durchführen. Auch ergänzende virtuelle Diskussionsrunden stehen noch in Planung, sind aber noch nicht kommunizierbar.

Feststehen aber die Termine und Themen der drei Hauptkonferenzen:

03.03. Influencer Marketing FORUM – Mit kreativen Formate mehr Erfolg im Influencer Marketing

Wie sowohl in den oben angeführten Trends als auch in den Diskussionen des D2M Influencer Marketing FORUMs im Herbst (siehe hier den Review) deutlich wurde, gilt es in Zeiten von Corona bei der Zusammenarbeit mit Influencern einen „sinnstiftenden Kontext“ zu schaffen, der aber durchaus auch verkaufen darf. „Sinnstiftend“ ist in diesem Zusammenhang als nutzenstiftend im Sinne der Influencer-Community-Beziehung. Nur wenn die Unternehmen sich in den Kontext der Beziehung zwischen Influencer und seiner/ihrer Community einpassen und hierbei evt. sogar noch unterstützen neue kreative Impulse zu setzen, wird es eine Anerkennung der Community geben und damit zu einem Wirkungserfolg führen.

Mit dem Influencer Marketing FORUM am 03.03. wollen wir die Ansatzpunkte und Erfahrungen mit alten und neuen kreative Formate diskutieren. Insbesondere für Influencer auf den in Corona wachsenden Entertainment-Plattformen wie Tiktok oder Twitch gilt es hier neue Wege zu gehen. Aber auch für Kooperationen mit Instagramern und Youtubern müssen kreative Konzepte gefunden werden. Welche Empfehlungen und Erfolgsfaktoren hier gelten, soll Gegenstand der Diskussionen der Veranstaltung sein.

21./22.04. D2M SUMMIT 2021 – Mehr relevante Reichweite mit transmedialem Storytelling & neuen digitalen Engagement-Konzepten

Immer mehr wird deutlich, dass es digital nicht mehr die eine Plattform gibt, worüber alle Kunden und Stakeholder-Gruppen zu erreichen sind. Vielmehr sind die Kunden zu unterschiedlichen Zeitpunkten auf unterschiedlichen Plattformen und Communities unterwegs – aber immer in einem bestimmten Kontext. Und in diesem Kontext sind die Stakeholder „abzuholen“ bzw. ihre Aufmerksamkeit zu „erhaschen“, was bedeutet, dass Unternehmen auf den Plattformen in unterschiedlicher Tonalität und in verschiedenen Kontexten ihre „Geschichten“ platzieren müssen. Hier sehen wir die Herausforderung, dass ein Storytelling transmedial funktionieren muss. Was das bedeutet, wollen wir beim D2M SUMMIT diskutieren – neben den klassischen Erfahrungen zu aktuellen Herausforderungen beim Social Media Management und Content Marketing.

10.11. D2M Content Marketing Konferenz – Mehr Relevanz durch systematisches Content Marketing

Mit der D2M Content Marketing Konferenz im Herbst wollen wir zur zweiten Jahreshälfte einmal mehr die Anforderungen und Empfehlungen für die Umsetzung eines strategischen Content Marketing Ansatzes diskutieren. Eine weitere inhaltliche und formattechnische Planung der Veranstaltung ist zu diesem Zeitpunkt noch ausstehend.


Wir freuen über Kommentare zu den oben aufgeführten Trends und Themen, aber auch über Vortragsvorschläge für die bevorstehenden Veranstaltungen – gerne auch über unser Call-for-Participation-Formular.

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