Denise Henkel: Qualifiziertes Community Management ist derzeit noch Mangelware – in der Krise aber immens wichtig!

Die Corona-Krise hat unseren Publikationsplan reichlich durcheinander gebracht. So hatten wir vor dem Ausufern der Corona-Krise einige Interviews mit unseren D2M SUMMIT Experten vorbereitet, die wir dann aber nicht publizieren konnten. Wie Björn in seinem letzten Beitrag aber schrieb, birgt die Krise gerade neue Potentiale für Evergreen-Themen wie das Thema Community Management. Daher freuen wir uns hier nun noch das Interview mit Denise Henkel, Expertin zum Thema Community Management und auch Mitglied im erweiterten Vorstand des Bundesverband Community Management e.V. für digitale Kommunikation & Social Media (kurz BVCM).

Denise – wer bist Du? Was machst Du? Was ist Dein Themenschwerpunkt?

Ich bin Denise Henkel, im Thüringer Wald aufgewachsen, um die Welt gekommen und in Leipzig sesshaft geworden.

Seit 2008 bin ich im Community Management tätig. Zunächst in Irland und England in der Videospiel-Branche und in der Telekommunikation. Ab 2014 in Deutschland im Bereich Online-Dating. Zuletzt habe ich die Abteilung Community Management für den JOYclub, mit derzeit 3,5 Mio Mitgliedern Deutschlands größte Sex- und Erotikcommunity aufgebaut. Meine vielseitige Erfahrung möchte ich nun weitergeben und habe mein eigenes Beratungsunternehmen Tribe Tales gegründet.

Mein Themenschwerpunkt ist Community Engagement und dessen vielseitige Gestaltungsmöglichkeiten.

Was sind für Dich die aktuell wichtigen Themen rund um die Diskussionen zum Content & Social Media Marketing? Und warum?

Ich finde, dass Content auf Social Media dem User und der Gemeinschaft einen Mehrwert bringen sollte. Bisher lag der Fokus sehr auf Marketing und Unterhaltung und es gibt noch viel unausgeschöpftes Potential im Bereich Social Learning und Kollaboration. Daher bin ich überzeugt, dass wir die größtmögliche Involvierung der Zielgruppe anstreben sollten.

Wo siehst Du die Unternehmen bei diesem Thema stehen? Was läuft schon gut? Und wo müssen sie noch nachjustieren?

Unternehmen verstehen es mittlerweile sehr gut, sich zielgruppengerecht auf den verschiedenen Kanälen zu präsentieren. Sie liefern qualitativ hochwertigen Content, der den Nerv der Zielgruppe trifft. Damit hier seitens der Unternehmen nicht ständig nachgeliefert werden muss, sollten die User stärker untereinander vernetzt werden. Gutes Community Management bewerkstelligt den strategischen Aufbau eines stabilen User-Netzwerkes mit der Marke als dessen Kern. Dafür braucht es qualifizierte Community Manager und die sind derzeit noch Mangelware.

Vor der Corona-Krise haben alle über Content-Schock und die Herausforderungen der Themenführerschaft in der massenhafte Kommunikation geredet. Was ist Deine Empfehlung für Unternehmen in diesem Kontext?

Soziale Medien tragen ihren Namen nicht umsonst. Nutzt die vielfältigen Möglichkeiten, mit euren Kunden in den Dialog zu gehen, lernt sie besser kennen, involviert sie. Die erfolgreichsten Marken sind heute die, die ihre Kunden größtmöglich in den Produktzyklus miteinbeziehen. Eine Investition in entsprechend gute Technik und Betreuung lohnt sich.

Was sind für die wichtigen Zukunftsthemen für 2020+X, mit denen Du Dich weiter auseinandersetzen wirst?

Für mich stehen alle Zeichen auf Social Learning. Die Menschen sind wissensdurstig, sie hinterfragen viel, sie wollen sich austauschen – diese Bedürfnisse bedienen Online-Kurse und Co. Ich setze mit meiner Beratung auch auf dieses Konzept und biete interaktive Online-Kurse für Community Management an.

Was hat sich für Dich mit der Corona-Krise in diesem Themenfeld geändert?

Das  Community Management hat für mich eine neue Wichtigkeit bekommen – insbesondere im Beziehungsmanagement zu den Kunden kommt es in der Krise auf eine Kommunikation und einen Umgang auf Augenhöhe an. Hier braucht es viel Einfühlungsvermögen, um den richtigen Umgang mit den Anliegen und Sorgen der Kunden umzugehen. Das sind ja grundsätzlich die Grundprinzipien des Community Management Ansatzes. Daher ist für mich das Thema mit der Krise umso relevanter geworden – und sollte jetzt unbedingt nachhaltig von den Unternehmen aufgegriffen werden.

Vielen Dank für Deine Antworten!

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