Gerti Windhuber (Rohde & Schwarz): Mit Corporate Influencern den Multiplikatoreffekt jenseits der eigenen Reichweite erzielen

In unserem letzten Interview mit Lennart Crossley haben wir bereits über aktuelle Erfahrungen beim Einsatz von Social Media im Vertriebsbereich gesprochen. Das neue Schlagwort in diesem Bereich heißt hierbei „Social Selling“ bzw. auch „Corporate Influencer Marketing im B2B-Bereich“. Um dieses Thema geht es auch im aktuellen Interview mit Gerti Windhuber, Social Media Managerin bei Rohde & Schwarz.

Gerti Windhuber ist erfahrener Medienprofi. Ihre Schwerpunkte liegen im Bereich Social Media, Content Marketing, Online-Marketing und Community Management. Darüber hinaus ist Gerti Windhuber auch für die Linkedin-Aktivitäten in ihrem Unternehmen zuständig und spricht über ihre Erfahrungen hierzu auf dem D2M SUMMIT. In unserem Interview gibt sie uns dazu einige Einblicke:

Gerti – Du sprichst beim D2M SUMMIT über die Linkedin-Aktivitäten bei Rohde & Schwarz. Mit welchen drei Stichworten können wir Deinen Vortrag auszeichnen?

B2B-Kommunikation – Awareness – Dialog

Welche Bedeutung misst Du LinkedIn in Eurem Marketingkommunikationsmix zu?

LinkedIn hat sich in den letzten beiden Jahren zum Primus unter den sozialen Netzwerken für uns gemausert. Hier erreichen wir global eine große Community und können sie zielgerichtet über unsere Innovationen informieren.

Besonders hilfreich sind dabei die vielen neuen Features, die in dieser Zeit vorgestellt wurden. Sie sind nicht alle perfekt geeignet, aber es besteht die Möglichkeit, diejenigen auszuwählen, die zur Social Media Strategie des Unternehmens passen. So lässt sich auch mit organischen Posts noch ausreichend Aufmerksamkeit erlangen.

Was macht Ihr konkret auf LinkedIn?

Wir betreiben als Unternehmen eine Corporate LinkedIn Seite und zusätzlich eine Handvoll Fokusseiten, die sich detaillierter mit einigen unserer wichtigen Spezialgebiete wie zum  Beispiel Wireless Communication auseinandersetzen.

Begleitet werden die organischen Posts durch Maßnahmen im Paid Media Bereich und in einigen Vertriebsgesellschaften ist auch der Sales Navigator im Einsatz. Darüber hinaus nutzt auch unser HR-Bereich LinkedIn sehr intensiv.

Was sind die Erfolgsfaktoren für eine funktionierende Kommunikation via LinkedIn?

Auf LinkedIn gelten im Grunde die gleichen Erfolgsfaktoren wie in den anderen Sozialen Netzwerken: Die Inhalte müssen einen Mehrwert bieten und die Nutzer in den Mittelpunkt stellen. Dazu analysieren wir unsere Posts regelmäßig: welche Inhalte sind gut angekommen, welche nicht. Zu welchen Zeiten bekommen wir die meiste Aufmerksamkeit.

All das sind Stellschrauben, an denen man drehen kann, um erfolgreich zu sein und sich ständig zu verbessern. Wenn man dies auf Basis der eigenen Inhalte macht und nur ab und zu einen Seitenblick auf die Konkurrenz wirft, läuft man auch nicht Gefahr, diese zu kopieren, anstatt die eigene Identität zu stärken.

Darüber hinaus ist es wichtig, die Mitarbeiter einzubinden und sie zu motivieren, die Inhalte des Unternehmens zu teilen. Da wir zu unterschiedlichsten Themen – von Automotive über Broadcast bis Wireless Communications – posten, erreichen wir über diesen Multiplikatoreffekt die richtigen Zielgruppen jenseits unserer eigenen Community.

Kommentare sind wichtig und ebenfalls ein Hinweis darauf, was die Nutzer gerne lesen, was sie nervt und was sie sich wünschen. Deshalb ist es wichtig, in den Dialog zu gehen oder auch mal nur ein Like zu spendieren, wenn man einen positiven Kommentar erhalten hat.

Lohnen kann es sich, die Möglichkeiten des Netzwerkes genau unter die Lupe zu nehmen und ungewöhnliche, aber zum Unternehmen passende Features zu nutzen.

Wie unterstützt Ihr Eure Kollegen bei ihrer Kommunikation via LinkedIn?

Zunächst einmal haben wir unternehmensweite Social Media Guidelines, die dazu da sind, dass sich alle Kolleginnen und Kollegen sicher in den sozialen Netzwerken bewegen und mögliche Fallstricke vermeiden. Dazu passend bieten wir auch regelmäßig interne Schulungen an.

Außerdem unterstützen wir unsere Experten bei ihren ersten Veröffentlichungen, wenn sie dies wollen. Wenn wir uns neuen Themenfeldern widmen oder wenn die Kommunikation in einem Bereich intensiviert werden soll, erstellen wir individuelle Vorschläge, wie das jeweilige Ziel am besten zu erreichen ist.

Mit welchen Erwartungen kommst Du zum D2M SUMMIT? Zu welchen Themen kann man Dich ansprechen?

Ich freue mich schon auf einen intensiven Erfahrungsaustausch – vor allem mit anderen B2B-Unternehmen. Dazu hat man nur auf den entsprechenden Konferenzen die Gelegenheit, weil sonst häufig die Beispiele aus dem B2C überwiegen, die sich nur schwer auf unsere speziellen Gegebenheiten übertragen lassen.

Besonders gerne diskutiere ich zu neuen Content-Formaten, zu ungewöhnlichen B2B-Erfolgsgeschichten und zur Organisation einer internationalen Community und wie man diese mit passgenauen Inhalten versorgt.

Vielen Dank für Deine Antworten!