D2M SUMMIT und die Fragen zum Ausweg aus dem Social Media & Content Marketing Dilemma

Morgen ist es endlich wieder soweit – zusammen mit mehr als 100 Teilnehmern dürfen wir uns beim D2M SUMMIT in Hamburg über die aktuellen Herausforderungen und Erfahrungen zu den Themen „Content & Social Media Marketing“ sowie „Community & Customer Engagement Management“ austauschen. Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung steht die Diskussion nach den wirkungsvollen Ansätzen um in Zeiten massenhafter digitaler Inhalte und Interaktionen noch „Gehör“ zu finden. Und wie im Zeitalter von selbstbestimmten Individuen und Kommunikationspartnern Informations- und Kommunikationsangebote gestaltet werden müssen.

Im vorliegenden Beitrag möchte ich die offenen Fragen für unsere Diskussionen in den nächsten zwei Tagen herleiten und formulieren.

Von den Helden zum Drama – die Story hinter den Diskussionen des D2M SUMMITs 2019

Bereits in meinem Countdown-Beitrag vor ein paar Wochen hatte ich auf die Storyline des diesjährigen D2M SUMMITs hingewiesen:

  • Der/die tragische Held/in: Die Content-Marketing-euphorischen Brands
  • Das nahezu unlösbare Drama: Die Erzielung von kommunikativen Effekten in Zeiten des Content Shock und der selbstbestimmten Konsumenten
  • Der scheinbar einfache und doch schwierige Lösungsansatz: Starke Brand-Voice mit Nutzwert-basierter Community, langfristig angelegtes und strategisch orchestriertes Vorgehen über alle Kontaktpunkte mit erlebnisreicher Umsetzung
  • Der Cliffhanger-Moment: Die vielen kleinen „Wie“s in der Umsetzung!

Der Ausgangspunkt ist, dass jeder – egal ob Privatperson oder Unternehmen – heute zum Publizisten geworden ist. Der Eine mehr, der Andere weniger. Das Ergebnis ist aber eine massenhafte Content-Produktion, die eine schier unendliche Informationsmenge darstellt, dass wir schon heute von einem „Content Shock“ sprechen müssen, was bereits 2014 von Mark Schaefer als der Zustand eines durch den Einzelnen nicht mehr konsumierbaren Inhalteangebotes beschrieben wurde.

 

 

Weiter verhalten sich vor allem die jüngeren Stakeholder-Gruppen immer selbstbestimmter und von Gruppen-bestimmten Verhaltensmuster losgelöster bei der Wahl, dem Zeitpunkt und dem Format der konsumierten Information im Kaufentscheidungsprozess.

Dies stellt ein zunehmendes Problem für Marken und ihre Kommunikation dar. Natürlich bieten die Plattformen wie Facebook, Instagram, Twitter und Co. immer wieder neue Möglichkeiten, den eigenen Content in den Nachrichtenstrom potentieller Interessierten zu „spülen“ – wenn die Nachricht allerdings nicht relevant für den Empfänger ist – dann ist es letztendlich nur „gekaufte“ Werbung ohne Effekt.

Gehen wir von einer positiv aufgeladenen Marke mit einem guten Produkt und spannenden Geschichten aus – so ist die heutige Situation natürlich ein Dilemma, da „guter Content“ mitunter nicht mehr ausreichend wahrgenommen wird, um kommunikative Effekte zu erzielen.

Von der scheinbar einfachen Lösung zum Cliffhanger – den Diskussionsfragen für den D2M SUMMIT 2019

Die vielfach angebotene einfache Antwort auf die Frage nach der Auflösung des „Content-Shock“-Problems ist: Es braucht eine systematisch organisierte Kommunikation relevanter Qualitätsinhalte für die angesprochenen Stakeholder! Hierzu braucht es natürlich eine Verständnis über die Stakeholder, die unterschiedlichen Persona-Typen mit unterschiedlichen Themen- und Interessensanliegen, eine zielgerichtete, geplante und kreative Umsetzung sowie ein orchestriertes „Seedings“ und eine sinnvolle „Verteilung“ (Distribution) der Inhalte.

Die Antwort kann aber letztendlich nicht zufriedenstellen, dass „der Teufel dann doch im Detail“ liegt. Und das wäre dann auch der „Cliffhanger“ – sprich der Spannungsbogen der Geschichte zum D2M SUMMIT 2019 – nämlich den vielen „kleinteiligen“ Fragestellungen der Umsetzung von nachhaltiger und wirkungsvoller Kommunikation.

Für die Diskussion und Moderation der Veranstaltung haben wir dazu folgende Fragestellungen definiert:

Block 1: Fragen zum Content & Social Media Marketing [vorwiegend 1. Konferenztag]

  • Wie erlangt ein Unternehmen / eine Marke eine starke „Stimme“ in einem Themenfeld?
  • Was sind die konzeptionellen und organisatorischen Maßnahmen für die Etablierung einer Marken- und Themenautorität?
  • Welche Möglichkeiten haben kleine Unternehmen bzw. Organisationseinheiten mit wenig Budget – um eine starke Stimme und einen Autorität in einem Themenfeld aufzubauen und zu erhalten?
  • Welche Inhalteformate sind für eine wirkungsvolle Kommunikation sinnvoll?
  • Welche besonderen Herausforderungen haben spezielle Inhalteformate für die Art des Storytellings wie auch der Umsetzung und Verbreitung der Inhalte?
  • Wie kann die Verbreitung von Inhalten unterstützt und gefördert werden?
  • Wie ist die Zusammenarbeit mit Influencern & Multiplikatoren zu gestalten – um von der Reichweite und Autorität der Influencer sowohl für die Verbreitung spezifischer Botschaften als auch die Stärkung der eigenen „Stimme“ zu profitieren?
  • Wie muss ein Storytelling über die verschiedenen Plattformen und Medien orchestriert werden, damit eine wirkungsvolle Kommunikation entsteht?
  • Wie wird die Story eines Unternehmens und seine Themen-Autorität mit allen zur Verfügung stehenden Technologien zu einem nachhaltigen Erlebnis für den Interessenten?
  • Wie lassen sich Themen und Botschaften zu Stories entwickeln – die als Grundgerüst für ein nachhaltiges Storytelling über längere Zeit, verschiedene Kanäle und Formate und unterschiedliche Stakeholder-Gruppen dient?

Block 2: Fragen zum Community-Management & Conversational Dialogmanagement (Messenger/Chatbot/Voice) [vorwiegend 2. Konferenztag]

  • Welche Funktion und Merkmale müssen ergänzende Community-Konzepte zur Stärkung und Verbreitung der eigenen Botschaften haben?
  • Wie müssen Community-Konstrukte angelegt und gepflegt werden – um als „lebendiger Nukleus“ für nachhaltiges Kunden- und Interessenten-Engagement sowie als „Resonanzraum“ für die eigene Kommunikation zu fungieren?
  • Welche Merkmale müssen Community-Konzepte haben – um einen über das Kundenbindungs- und Empfehlungspotenzial hinausgehenden Service-Nutzen und Erlebniswert für die Stakeholder zu erhalten?
  • Welche Kommunikationsangebote bzw. Kommunikationseinstiegspunkte müssen für den selbstbestimmten Kunden angeboten werden?
  • Wie ist der Verlauf einer durch den Kunden initiierten Kommunikation so zu gestalten, dass eine Botschaft, ein Erlebnisgefühl und ein Nutzen für den Kunden nachhaltig realisiert wird?
  • Was sind die Prinzipien für gute Messenger- und Chatbot-Dialogkonzepte?
  • Was sind die Erfolgsfaktoren für die Engagement-Förderung im Rahmen von Messenger- und Chatbot-Dialogkonzepten?

Wir hoffen, über die Diskussionen auf der Veranstaltung und im Nachgang einige Antworten zu den voranstehenden Fragestellungen zu finden. Generell ist der „Content-Shock“ nicht als Ende des „Content Marketing“ zu sehen, sondern als Leitlinie oder – wie Mark Schaefer es ausdrückt – als Content-Marketing-Ziel zu sehen. Denn eine starke Markenstimme mit viel Autorität in einem Themenfeld, einer lebendigen Community als Resonanz- und Empfehlungskörper sowie nutzenstiftender Individualkommunikation bietet eine gute Ausgangssituation – um einen „Content Shock“ für die eigenen Wettbewerber zu kreieren!