Anne Marschner (SPARWELT): Ist man im Bereich des „Gewöhnlichen“, fällt man in der Flut und Masse nicht auf! #d2m19

Auf den letzten „Metern“ zum D2M SUMMIT haben wir noch ein paar Referenten-Interviews initiiert und freuen uns über die schnellen und interessanten Antworten von Anne Marschner (SPARWELT). Anne Marschner ist seit 2010 verantwortlich für PR & Marketing bei dem Gutschein-, Schnäppchen und Gratisproben-Portal.

Im Aufmerksamkeitswettbewerb hat Content für sie eine wichtige Rolle eingenommen – nicht nur für die Positionierung, sondern auch immer für die Verkaufsförderung. Für den Erfolg kommt es ihr dabei auf Qualität und Orchestrierung an – darüber spricht sie beim D2M SUMMIT und berichtet über ihre Erfahrungen.

Im Interview haben wir sie bereits vorab etwas ausgefragt.

Anne – Du sprichst auf dem D2M über vernetztes Storytelling. Mit welchen drei Schlagworten können wir Deinen Vortrag auszeichnen?

Natürlich mit Storytelling, aber auch Content und User Intention. Das sind alles keine neuen Buzzwords. Allerdings sind und werden diese immer wichtiger (und schwieriger): Um gefunden zu werden, in der Kundenansprache und wenn es darum geht User zu halten und zum Wiederkehren zu bringen. Im besten Fall wird daraus Content driven Sales, das wäre dann aber das vierte Schlagwort ;-)

Besonders im Internet ist es schwierig geworden, sich aus der Masse herauszuheben. Wie schafft man es, sich mit seiner Story trotzdem Gehör zu verschaffen?

Da spielen mehrere Aspekte eine Rolle, allerdings gibt es da keine Superformel, die allgemeingültig ist. Unternehmen, Medienmacher und alle, die mit Content zu tun haben, müssen einfach viel experimentieren, Daten auswerten, interpretieren und neue Cases daraus entwickeln. Das ist ein Punkt und auch die Basis.

Wenn die Story inhaltlich gut ist, sitzt und auf den Punkt gebracht ist, kann sie erfolgsversprechend sein – wenn diese die richtigen User oder Zielgruppe im richtigen Format (kanalspezifisch) erreicht. Denn was ist eine gute Story, wenn sie niemand sieht? Das kann über die eigenen Push-Kanäle laufen oder natürlich durch gebuchte Platzierungen. Oder eben durch SEO. User haben ständig Needs oder wollen was wissen, unterhalten, inspiriert oder informiert werden. Das können Unternehmen nutzen, indem sie genau darauf zielen.

Ist man in den Rankings, klicken User am ehesten und bleiben dabei, wenn man Aufmerksamkeit erregt: Durch Wörter, Bilder, Videos etc. Hat man die Aufmerksamkeit gewonnen, muss die Story Emotionen transportieren und Reaktionen hervorrufen. Menschen reagieren immer zuerst mit ihrem Instinkt, dann mit dem Kopf. Da geht es um Freude, Mitgefühl, Angst, Bedrohung und vieles mehr. So bekommt man Zuschauer/Zuhörer. Und es muss nicht immer konventionell sein. Ist man im Bereich des „Gewöhnlichen“, fällt man in der Flut und Masse nicht auf. Das alles kann durch Geschichten geschafft werden.

Wenn Du von “vernetztem Storytelling über alle Kanäle und Formate” sprichst, was sind die Kanäle und Formate, die Ihr bei SPARWELT verwendet? Welche davon sind besonders wichtig?

Wir verwenden den Pressebereich, unser Magazin und Youtube. Im Magazin selbst ist der Contenthub, der alles vernetzt in Form von Themenseiten. Gepusht werden diese Themen via Facebook, Newsletter und unserem eigenen Inventar auf der Sparwelt.de. Und davon sind natürlich alle Kanäle wichtig: Die Hubs, auf denen Inhalte veröffentlicht werden, stellen den Content, der verteilt wird. Daneben ist SEO ein wichtiger Kanal, wie oben schon beschrieben.

Die Herausforderung dabei ist vor allem, Themen zu finden, die wir auch auf allen Kanälen aufbereiten können, die genug Potenzial haben auf verschiedenen Ebenen und Aspekten gespielt zu werden und Mehrwerte bieten – um User zu halten. Jeder Kanal hat ja seine eignen Spezifikationen, Eigenheiten und Bedingungen, die eingehalten werden müssen.

Wir haben im Blog schon öfter angesprochen, wie wichtig es ist, den Kunden an allen seinen Touchpoints zu erfassen. Wie kann man sicher gehen, dass bei all den verschiedenen Kanälen keiner durch’s Netz geht?

Das Gute vorweg: Es wird immer jemand durchs Netz gehen. Aber das ist auch nicht schlimm. Weil nicht jeder Kunde relevant ist, nicht immer alle Bedürfnisse befriedigt werden können. Man muss diejenigen erreichen, die sinnvoll sind oder wären und sich darauf konzentrieren. Wir wollen immer das Große und Ganze, aber bringt das wirklich was? Skaliert das?

Wenn wir uns jetzt aber auf die Kunden fokussieren, die wir haben wollen – unsere Zielgruppe, ist es wichtig aus deren Sicht zu denken, nicht aus unserer Perspektive.

Und das ist Tracking natürlich ein wichtiger Aspekt, vor allem bei so vielen unterschiedlichen Kanälen. Es ist unerlässlich für Unternehmen zu wissen, wie sich User verhalten: Wie steigen sie ein (Referrer) und auf welcher Seite, wie bewegen sie sich und wo springen sie ab, wie lange bleiben sie, und welche Aktionen folgen. Nur so gelangt man zu dem Wissen, wie Inhalte und Seiten optimiert werden können. Dazu müssen die Zahlen natürlich verstanden werden – aber das ist ein anderes Thema. Über all dem steht aber durch dieses Verständnis und Daten User glücklich zu machen, Needs zu erfüllen und Mehrwerte zu bieten. Und eine gute Geschichte natürlich.

Mit welchen Erwartungen kommst Du zum D2M SUMMIT und zu welchen Themen kann man Dich ansprechen?

Auf den letzten Veranstaltungen von euch waren die Besucher und die Themen sehr inspirierend und haben auch teilweise nachhaltig etwas bewirkt: bei mir, aber auch im Team und dem Unternehmen. Ich hoffe wieder auf interessante Cases, von denen ich lernen kann und produktiven Diskussionen. Inhaltlich erhoffe ich mir darauf bauend Insights zu den Themen Content Marketing, Storytelling und Community – denn wir experimentieren, testen und entwickeln ja auch noch und sind, so denke ich auf einem guten Weg aber noch lange nicht fertig!

Und zu welchen Themen man mich ansprechen kann: Ich brenne für allen Themen rund ums Online Marketing. Von Content, Social, Video über SEO und natürlich Kommunikation. Auch gerne, was Unternehmenskommunikation betrifft. Ein kleiner geheimer Liebling von mir ist auch Projektarbeit und Leadership. Und ich freue mich über jeden Austausch.

Vielen Dank für das Gespräch.