Was bringt die künstliche Intelligenz in Marketing? Prof. Dr. Peter Gentsch im Interview.

Vergangene Woche hatte ich die Gelegenheit auf dem Adobe Symposium (siehe Hashtag #AdobeSymp auf Twitter oder unsere kuratierte Twitter-Sammlung) in München teilzunehmen. Neben einigen interessanten Fallstudien zur Umsetzung von erlebnisorientierten Digital-Konzepten gab es zu Beginn der Veranstaltung auch eine Keynote von Aseem Chandra, Senior Vice President Experience Cloud bei Adobe, zum KI-Ansatz von Adobe – namentlich Adobe Sensei.

Mit KI zu einem besseren Experience Management

Dabei geht es um ein weitreichendes Framework für künstliche Intelligenz und Machine Learning, welches an die verschiedene Cloud-Angebote (Adobe Creative Cloud, Adobe Experience Cloud, Adobe Advertising Cloud) angedockt werden kann und diese um intelligente Services erweitert. Die Idee hinter dem Adobe Sensei Ansatz ist es – mit KI sowohl die Kreativ-Arbeit (Bild- und Video-Erstellung) als auch die Redaktionsarbeit sowie die Aussteuerung des Erlebnismanagement zu unterstützen. Bei Letzterem geht es um die „Content Intelligence“ und „Experience Intelligence“, bei denen Adobe verschiedene Unterstützungs-Services wie z.B. die automatische Anreicherung von Metadaten für Bild- und Video-Daten, die Optimierung der Customer Journey durch Personalisierungen von Inhalten und Kampagnen. (Mehr Infos auch bei Adobe sowie in der Pressemeldung vom Feb. 2018)

Aseem Chandra (Quelle: Melanie Breunig, Adobe)

Natürlich steckt hier noch viel „Marketing“ in den Aussagen – dennoch zeigen die Ankündigungen und Präsentationen von Adobe sehr schön, wohin es beim Thema „KI-Einsatz im Marketing“ gehen wird. Durch die Verknüpfung von Rechenleistung mit der Auswertung von Echtzeit-Daten (hier Objekt-Daten bei den Content-Services und User-Daten bei den Experience-Services) bietet sich sowohl eine qualitative Verbesserung der Inhalte (im Sinne von besser ausgezeichneten und schneller bereitgestellten Inhalten) als auch massenhafte Individualisierung und damit für den User bessere Erlebnisorientierung. Mit dem „Machine Learning“-Ansatz soll dies sich dann noch selbstlernend optimieren.

Technologie bringt den „Tante Emma“-Laden damit auf eine neue Ebene.

Prof. Dr. Peter Gentsch: KI hat in Marketing und Vertrieb seine größten Potentiale

Als „Closing-Keynote“ war auch Prof. Dr. Peter Gentsch geladen, den wir wiederum als „Opening Keynote“ bei unserem MarTech Kongress am 15. November in Hamburg dabei haben. Als Professor für CRM, langjähriger Digital-Experte, Enterpreneur und Buchautor zum Thema „KI-Einsatz im Marketing“ hat er natürlich seine ganz eigene Sicht auf das Thema.

Er sieht in Marketing und Vertrieb die größten Potentiale für den Einsatz von künstlicher Intelligenz. Auf dem MarTech Kongress will er dazu ein paar praktische Anwendungen aufzeigen. Im Interview, dass wir in der Kaffeepause auf dem #AdobeSymp mit ihm führen konnten, forderte er dann von den Unternehmen „noch etwas mehr Mut für die Umsetzung“.

Der Einsatz von künstlicher Intelligenz im Marketing bringt spannende Optimierungspotentiale. Die Potentiale können aber nur erschlossen werden, wenn in Echtzeit Prozesse ausgewertet und optimiert werden können. Hierfür braucht es aber eine weitreichende Digitalisierung in diesem Bereich – dafür auch ein Investition in neue Marketing-Technologien. Auf dem MarTech Kongress wollen wir diese Diskussion mit Prof. Dr. Peter Gentsch und den weiteren Referenten und Teilnehmern noch vertiefen – und freuen uns schon heute drauf.