Magdalena Rogl: Aus dem Arbeitsalltag einer Community-Managerin

Gastbeitrag von Magdalena Rogl

Mein Name ist Magdalena Rogl. Seit einem Jahr arbeite ich im Community Management einer großen Nachrichten-Seite. In meinem Job bin ich Quereinsteigerin – ursprünglich habe ich eine Ausbildung zu Erzieherin gemacht.

Natürlich stellt sich sofort die Frage: Wie kommt man als Erzieherin zum Community Management?

Die Erklärung ist wohl einfacher als gedacht: Um meine Ausbildung zu finanzieren, habe ich nach einem Nebenjob gesucht und bin in der Community Administration fündig geworden. Als Administratorin war ich hauptsächlich für die Bearbeitung der User-Kommentare zuständig. Vor einem Jahr hat sich dann die Möglichkeit geboten, vom Administrationsteam ins Community-Management zu wechseln und so wurde aus einem Nebenjob meine Hauptaufgabe.

Mein Arbeitsalltag ist sehr vielfältig: Neben der klassischen User-Betreuung entwickle ich inhaltliche und technische Konzepte, setze mich mit rechtlichen Fragen auseinander und werte die User-Kommentare inhaltlich aus.

Das ist der wichtigste und zugleich spannendste Teil meiner Arbeit. Auf einer großen Nachrichtenseite findet man Artikel zu den verschiedensten Themen und diese Themen werden wiederum von den verschiedensten Menschen kommentiert. So entsteht eine Meinungs- und Informationsvielfalt, die mich nicht nur beruflich, sondern auch privat fasziniert. Diese Meinungen versuche ich nach Nutzerwünschen und eigenen Community-Themen zu filtern und bringe so unsere Community mit in die Redaktionskonferenzen. Oft werden wir durch unsere User auf Themen, Veranstaltungen oder Aktionen aufmerksam gemacht, über die wir dann berichten.

So war es zum Beispiel im Fall Wulff, wo uns ein User im Vorfeld auf die geplanten Vuvuzela-Proteste zum Zapfenstreich hingewiesen hat und wir so als erste Nachrichten-Seite darüber berichten konnten.

Im Journalismus sind User-Kommentare natürlich auch als direktes Feedback sehr wertvoll. Die Autoren sehen sofort, wie ihr Artikel bei den Usern ankommt, ob er kommentiert wird und wie die Meinung der Community-Mitglieder zum Thema ist. Der Feedback ist daher sehr wichtig und Teil eines neuen Medienverständnis.

Aber es gibt auch weniger erfreuliche Aspekte meiner Arbeit. Jeder von uns kennt ihn: Den Troll. So gibt es auch bei uns so manch einen User, der sich das „Dauernörgeln“ zur Aufgabe gemacht hat oder Spaß daran findet, andere Community-Mitglieder zu provozieren. In solchen Situationen bin ich sehr dankbar für meine pädagogische Ausbildung und versuche, den Usern mit Verständnis aber auch der nötigen Autorität und Konsequenz zu begegnen.

Nebenher versuche ich mich möglichst viel weiterzubilden. Als Quereinsteigerin ist es für mich natürlich besonders wichtig, mir fundiertes Wissen im Bereich Community Management anzueignen. Da es aber für diese Berufsbild bisher noch keine spezifische Ausbildung gibt, werden diverse Kurse, Webinare oder Fernstudiengänge angeboten und so gibt es viele Möglichkeiten die in der Praxis erarbeiteten Kenntnisse zu vertiefen.

Grundsätzlich halte ich es aber – gerade im Online-Bereich – für sehr wichtig, sich selbst immer auf dem Laufenden zu halten. Das klappt am Besten, wenn man Kongresse und Vorträge besucht, sich auf themenspezifischen Social-Media-Plattformen aufhält und sich in Gruppen vernetzt – also selbst Teil von verschiedenen Communities wird.

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