Haben Nischen-Netzwerke noch eine Chance?

In Zeiten der medialen Omnipräsenz und Monopolstellung von Facebook muss man sich immer wieder fragen, gibt es da überhaupt noch andere Netzwerke. Drehen wir die Uhr fünf Jahre zurück, so gab es in Deutschland eine durchaus heterogene Social-Networking-Szene. Heute hat sich das Alles auf Facebook reduziert, die wie ein großer Staubsauger alles scheinen aufzusaugen. Aber nicht ganz – so existieren nicht nur in Deutschland eine ganze Reihe interessanter Nischen-Netzwerke, die es geschafft haben, sich mit ihrem Leistungsprofil von dem reinen „Social Network“ abzugrenzen. Sei es in bestimmten Hobby- oder Interessensgebieten oder in bestimmten Alterschichten, wenn das Netzwerk mehr als die bloße Vernetzung bietet, dann können diese Dienste sehr gut neben Facebook koexistieren und zum Teil sogar durch ein Andocken von den viralen Effekten der großen Plattform profitieren. Ein solcher Profiteur ist Feierabend.de, mit deren Geschäftsführer, Alexander Wild, wir beim letzten Social Web Breakfast in Frankfurt über die richtige Positionierung von Nischen-Netzwerken diskutiert haben.

Im Nachgang zum Breakfast konnte ich dabei folgendes Interview mit ihm machen:

Drei wichtige Punkte aus dem Gespräch:

  • Feierabend.de hat heute noch einen „Generationsvorteil“, da ihre Nutzer eher ein geschlossenes System bevorzugen, in dem ein Zusammentreffen auch offline organisiert wird.
  • Der Markenkern von Feierabend.de ist stark um die Aktivitäten der Lokalgruppen gestrickt. Diese festen Gemeinschaften könnten zwar geschlossen zu Facebook gehen, haben aber eine große Bindung an den Anbieter.
  • Feierabend.de wird für die Zukunft losgelöst von einer technischen Plattform gesehen. Wenn die nachwachsenden Generationen (die heute bereits ihre Netzwerke auf Facebook haben) kommen, wird Feierabend.de eher ein Netzwerk im Netzwerk.