"Zum Aussterben geboren" – Daniel Goliasch über die Tiger-Kampagne des WWF

Daniel Goliasch ist Kampagnenleiter und Urheber der Tiger-Kampagne des WWF. Beim PR 2.0 FORUM berichtet er von den einzelnen Kampagnen-Elemente in den sozialen Medien, den damit verbundenen Aktionen sowie Ergebnissen der Aktion.

1) Herr Goliasch, mit welchen drei Schlagworten können Sie Ihren Case zur Tiger-Kampagne kurz umreißen?

Personalisierung – Verbreitung – Aktivierung

2) Was ist das Ziel der Tiger-Kampagne und wie war sie aufgesetzt?

Das übergeordnete Ziel der Tiger-Kampagne ist es, die Zahl der Tiger bis 2022 zu verdoppeln: „T x 2“. Der WWF hat dazu eine integrierte Kampagne aufgesetzt, in der neben dem Naturschutzmanagement auch das Marketing und die Pressearbeit eingebunden waren. Die Social Media Kampagne bildete dabei eine wichtige Säule der Kommunikation. Ziel waren 18.000 Facebook-Fans vor allem als „Botschafter“ für eine Mund-zu-Mund Propaganda zu gewinnen und mindestens 32.000 Menschen zu mobilisieren, für die Tiger-Petition zu unterschreiben. Bei Petitionsschluss am 20.11.2010 um 24 Uhr zählten wir unglaubliche 60.095 Unterschriften – ein Rekord in der Petitionsgeschichte des WWF Deutschland.

3) Welchen Stellenwert hat Social Media Ihrer Meinung nach für Online-Campaigning?

Die Bedeutung von Social Media für Online-Campaigning wächst rapide. Besonders für eine NGO, die mit geringen Mitteln große Veränderungen bewirken möchte, sind diese Kommunikationskanäle bestens geeignet. Die Chance die Menschen direkt ansprechen zu können, stellt dabei einen besonderen Vorteil dar – allerdings müssen auch wir darauf achten, den persönlichen Bezug der Themen herauszuarbeiten. Haben wir einmal das Interesse der Menschen gewonnen, sind viele bereit uns zu helfen.

4) Was sind Ihre Erfolgsfaktoren für erfolgreiche virale Kampagnen auf Youtube und Facebook?

Die Erfolgsfaktoren der Tiger-Kampagne bestanden in einer langfristigen Strategie mit mehreren innovativen Produkten, einem ganzheitlichen Konzept für mehrere Social Media Plattformen und einer Verknüpfung von On- und Offline-Aktionen. Leider sind die Faktoren nicht einfach übertragbar. Selbst bei unseren eigenen Themen müssen wir je nach Ziel, Zielgruppe und Botschaft die Online-Kampagnen immer wieder nach neuen Faktoren ausrichten.