Multi-Channel-Marketing-Gedanken – am Anfang oder am Ende?

Die Online Strategie WORLD als dritte Veranstaltungsinitiative der Kongress Media fristet nach wie vor ein Schattendasein – dies wirkt sich leider auch immer wieder auf dieses Blog aus, als da nicht genug Aufmerksamkeit auf eine anhaltende Diskussion gelegt wird. Nun wollen wir das aber mal wieder etwas „re-animieren“. Nicht zuletzt aufgrund des neuen Veranstaltungsformates der „Digital Marketing AKADEMIE“ und der Commerce-orientierten Veranstaltungen wie z.B. dem Fashion Commerce FORUM im Herbst werden wir in den kommenden Wochen und Monaten das Engagement an dieser Stelle wieder etwas erhöhen. Im Mittelpunkt steht für mich dabei die zu diskutierende Fragestellung, wie lassen sich innovative und ganzheitliche Digital-Marketing-Strategien umsetzen.

Ein Schlagwort, was mir dabei immer wieder „vor die Füße geworfen“ wird, ist das Thema „Multi-Channel-Marketing“. Klassisch aus der Eckes des Handelsmarkting kommen (siehe Wikipedia-Definition) hat der Begriff „Multi-Channel“ in Zeiten von Social Media, verteilten Netzwerken, Online und Offline, Websites und Apps einen neuen Begriffskontext bekommen. So auch jüngst in einem Vortragsvorschlag von SapientNitro:

Multi Channel-Marketing ist momentan in aller Munde und zweifellos auf bestem Wege, eines der Hype-Themen 2010 zu werden. Nur: Multi Channel-Marketing bedeutet heutzutage oft nicht mehr, als mit Konsumenten über unterschiedliche Kanäle zu kommunizieren und Produkte auf diesen zu promoten. Selten noch gilt es als echte Disziplin. Doch genau diese Sichtweise ist nötig, um lange anhaltende und intensive Beziehungen zwischen Marken und Konsumenten zu schaffen.

Unternehmen können sich dieser Herausforderung nicht länger verstellen. Neue Technologien haben Kunden in die Lage versetzt, eine Marke heute ganz anders wahrzunehmen. Ob im Shop, auf der Webseite oder über mobile Angebote: Jeder Kontakt mit der Marke trägt zu ihrer Gesamtwahrnehmung bei. Ist diese für den Kunden nicht stimmig oder fühlt er sich nicht richtig verstanden, ist der Wechsel zum Konkurrenten nicht schwer.

Wie aber können Marken konsistenter auftreten? Wie schaffen sie es, mittels Apps, Augmented Reality und Co. Kunden echte Mehrwerte zu schaffen? Was bedeutet ein integrierter Multi-Channel-Marketing-Ansatz für eine Marke und welche Rolle kommt dabei dem Marketer zu?

Ehrlich gesagt, sehe ich die langfristige, strategische Notwendigkeit dieser Denkweise – aber ich denke, dass die Unternehmen heute noch nicht dort angekommen sind und erstmal doch mit den Einzeldisziplinen „herumexperimentieren“ müssen – sprich sie müssen die Conversion-Rate optimieren, die Display-Kampagnenplanung meistern, die sozialen Medien verstehen, monitoren und ausprobieren. Wenn ich dann in diesen Einzeldisziplinen gut unterwegs bin, dann sollte ich mich schleunigst auch dem Überbau widmen – aber anders herum führt es IMHO zum planerischen „Wasserkopf“, der mich nicht weiterbringt.

Freue mich über eine kontroverse Diskussion.