Ob die Leute in meinen Bus einsteigen hängt davon ab, ob die Musik gut ist


Interview mit Peter Schink, Senior Manager Produktentwicklung/ Produktmanagement von Welt Online. Peter Schink wird am fünften Social Media FORUM in Hamburg die ersten Erfahrungenen von Welt Online und die Intergration in Social Networks vorstellen:

Guten Tag Herr Schink. Sie werden auf dem kommenden Social Media FORUM eine Fallstudie von Welt Online vorstellen zum Thema Integration in Social Networks präsentieren. Können Sie diese in drei Stichpunkten charakterisieren?

Wir versuchen zum einen, unser klassisches Nachrichtengeschäft in die Social Networks zu tragen – also tatsächlich Nachrichten dort abzubilden. Zweitens wird in Social Networks kommuniziert. Wir werden versuchen, über unsere Tools mit den Menschen ins Gespräch zu kommen – aber natürlich auch die Gespräche von den Social Networks wiederum auf unserer eigenen Website abzubilden. Darüber hinaus wissen wir natürlich, dass Verlage mit Nachrichtentools kaum „Killerapplikationen“  bauen werden – deshalb gehen wir noch über die reine Integration von Nachrichten hinaus und vermitteln Informationen spielerisch.

Welche Potentiale sehen Sie in der Integration in Social Networks für Medienunternehmen?

Langfristig werden Medienunternehmen nur erfolgreich sein können, wenn sie ihre Inhalte aktiver im Netz vertreiben. Das heißt, Journalismus neu zu definieren und sich in Social Networks einzubringen. Ich warne aber davor, Aktivitäten in Social Networks als Einbahnstraße zu betrachten. Es geht nicht nur um die Kommunikation nach außen, es braucht auch eine Strategie für die Kommunikation in die Redaktionen. Ein weiteres Problem: Der Markt der Social Networks ist stark zerklüftet. Welcher Verleger will schon beantworten, ob man sich besser bei StudiVZ, Facebook oder den Lokalisten engagiert? Da tun sich Medienunternehmer schwer, Strategien zu entwickeln. Da hilft es, sich die Best Practises anzusehen.

Was ist der Gegenstand Ihrer Integration?

Diese Frage möchte ich im Detail noch nicht beantworten (wir starten Ende des Monats…).

Integrationen hören sich erstmal teuer an – ist das nur ein Weg für größere Verlage?

Nein, absolut nicht. Natürlich können große Verlage umfangreiche Applikationen etwa für Facebook leichter bezahlen. Die einfache Integration von Twitter, Facebook oder StudiVZ ist aber keine Frage des Geldes. In der Regel scheitert es am fehlenden Know How in den Medienhäusern.

Ist die Integration in Social Networks die Lösung für das Problem bei der Nichterreichung jüngerer Zielgruppen?

Ein einfaches Ja kann ich da kaum abgeben. Natürlich erreicht man junge Zielgruppen dort gut. Aber letztlich muss das Angebot an die Zielgruppe stimmen. Ich kann nicht erwarten, weiterhin nur Print-Artikel abzuwerfen und dann erwarten, dass die Leute zu mir kommen. Social Networks sind also nicht die Lösung, sondern der Weg – ob die Leute in meinen Bus einsteigen hängt davon ab, ob die Musik gut ist.

Vielen Dank für das Interview.

The following two tabs change content below.