Status-Quo im Social Commerce: Bewertungen liegen vor Empfehlungen

Vorletzte Woche wurde die Quelle Trendstudie zum Thema „Webshopping 2009“ veröffentlicht, welche einen interessanten Einblick in die Nutzerpräferenzen zum Thema „Online-Shopping“ gibt. Im Vordergrund steht dabei immer noch die Idee des „reibungslosen“ Online-Einkaufs – sprich „schnell“, „bequem“ und „preiswert“ (durch den Wegfall von Zwischenstufen) muss es ablaufen! Bei den „Social“-Ansätzen sind es einzig und allein nur die Produktbewertungen, die ihren Zuspruch finden.

Die Aussagen der Studie erinnern mich einwenig an die Diskussionen des letztjährigen Social Commerce FORUM, wo wir am Ende des Tages resümmierten, dass das Thema „Social Commerce“ erst noch am Anfang steht. Ich hatte damals die Diskussionen auf ein Stufenmodell reduziert, was die Entwicklungsstufen im E-Commerce auf vier Stufen zusammenfasste:

  • Ausgangssituation ist der „Frictionless E-Commerce“ – also die möglichst effiziente Online-Verkaufsabwicklungsprozesskette; ohne viel Schnickschnack zur Bezahlung. Dies haben sicherlich bisweilen noch nicht alle Online-Retailer erreicht und auch die Nutzungsakzeptanz für diese Art Einzukaufen ist heute sicherlich größer als 1998 aber immer noch nicht groß genug.
  • Auf der ersten Stufe des „sozialen“ Abenteuers steht dann die Integration von Feedback – sprich das Angebot für die Abgabe von Produktbewertungen, Verschlagwortungen etc. Auch dies ist bis dato noch kein Standard-Feature auf E-Commerce-Sites, so dass auch der Nutzer hierfür noch eine 100%ige Präferenz besitzen kann.
  • Auf der zweiten Stufe kommen dann die „Services“, die ich als Händler aus dem Involvement meiner Nutzer generieren – hierzu zählen dann Produktempfehlungen wie auch Social Bookmarking-Ansätze für Produkte etc. Hier mache ich mir als Händler die kollektive Wertschöpfung meiner Nutzer zu Nutze um auf diese Daten neue „Services“ aufzusetzen. Die Anzahl der Dienste, die solches schon anbieten, dünnt sich hier schon aus – damit ist auch klar, dass die Nutzerpräferenz hierfür nur gering sein kann.
  • Auf der dritten Stufe dreht sich dann der Leistungsprozess – da geht die Integration des Kunden bis runter zur Produkt- oder Sortimentsgestaltung. Dies wird sichtbar, wenn Nutzer Produktbündel oder Sortimentsgruppierungen erstellen und promoten können. Über das Angebot und die Nachfrage nach solchen Diensten brauchen wir hier noch gar nicht sprechen.

Nachfolgend kurz mal die Visualisierung zu diesen Stufen:

Die Quelle Trendstudie spiegelt aus Nutzersicht ganz gut wider, was derzeit da draußen umgesetzt wird. Beim kommenden Social Commerce FORUM am 17.06. wollen wir den Status-Quo zu diesem Thema in der Mode- und Lifestyle-Branche diskutieren. Wenngleich ich erwartet hatte, dass hier aufgrund des hohen emotionalen Involvements der Kundensegmente (was ein wichtiger Verstärker für den Community-Effekt ist) durchaus schon mehr geht, gibt es doch nur einige wenige Beispiele, die es wagen (und dann auch noch bereit sind darüber zu sprechen!). Dennoch wird es sicherlich eine spannende Diskussion – zu der ich hier gerne noch einmal einladen mag.