Kommentar zum Sonntag: Journalismus 2.0

In der Vorbereitung für das Social Media FORUM am kommenden Mittwoch bin ich heute abend über einen Artikel von Jakob Augstein auf „Der Freitrag“ gestossen, in dem er die Begrifflichkeit des „Journalismus 2.0“ diskutiert. Er bleibt dabei aber bei der mir allzu kurz gedachten Frage stehen, ob Journalismus 2.0 bereits die Verquickung von eigenen und fremden Journalisten mit denen von Bloggern sei.

Aber was geschieht, wenn man da die Grenzen verwischt? Wenn wir hier bei uns journalistische Texte aus der Redaktion, von unseren Autoren, vom Guardian bunt mischen mit Texten aus der Bloggosphäre? Ist das dann Journalismus 2.0?

Zu kurz gedacht ist n.m.M. diese Frage dahingehend, als dass sie nur auf die Personen und deren textuellen Output abstellt. Nein, das Web 2.0 und damit der Journalismus 2.0 beschränkt sich n.m.M. nicht auf die Zusammenführung von persönlichen Meinungsbeiträgen (was für mich vor allem Gegenstand von Weblog-Beiträgen darstellt) und mehr oder minder recherchierten Tatsachenberichten (was für mich die idealistische Aufgabe des Journalisten darstellt).

Nein – ich denke, es geht beim Journalismus 2.0 um mehr als das. Im Kern steht da für mich die Vernetzung von Informationen. Denn die Rück-, Quer- und Kreuzverweise im Text wie auch durch die Kommentare stellen das Besondere von Weblogs dar, die den „Text“ halt nicht nur eine inhaltliche Aussage tragende Aneinanderreihung von Worten ist, sondern ein Teil eines über das Netz verteilten Gespräches werden lässt. Darin das Web 2.0 llige der journalistische Tätigkeit besteht darin, dass Informationen über Tatsachen aktiv in einen relevanten Kontext eingebunden werden. Ein journalisticher Text, der noch so schön, schlüssig und stringent formuliert ist, bleibt für mich ein journalistischer Text 1.0 – egal von wem er geschrieben ist – sei es von einem inländischen oder ausländischen ausgebildeten Journalisten oder von einem Blogger.

Wer Best-Practice-Konzepte zu Journalismus 2.0 kennenlernen möchte, dem sei geraten am kommenden Dienstag und Mittwoch nach Hamburg zu kommen oder wenigstens dem Twitter-Account @socmediaforum zu folgen.