Angefragt: Cem Basman zum Thema "Grassrooted Ventures"

Am kommenden Freitag diskutieren wir beim Social Web Breakfast in Hamburg mit Cem Basman über die Idee hinter dem „StartupWeekend“. Cem hat das Konzept hinter dem StartupWeekend in einem Blogbeitrag als „Grassrooted Ventures“ bezeichnet und wird beim Breakfast seine Ideen zu diesem Thema erläutern. Wir haben ihn schon einmal vorab um Klärung angefragt.

Interview

Cem – Du wirst beim kommenden Social Web Breakfast in Hamburg ein kurzes Impulsreferat zum Thema „Grassrooted Ventures“ geben. Mit welchen drei Tags kannst Du Deinen Beitrag belegen?
„Amateurs built the Ark; professionals the Titanic.“ – Ein Satz, keine drei Tags :-)
Was steck hinter dieser Begrifflichkeit?
„Grassrouted Ventures“ sind „Unternehmen von unten“. Es sind partnerschaftliche Unternehmen, die auf den Prinzipen der Weisheit, Kreativität, Arbeitskraft und dem Kapital der Massen beruhen. Also neudeutsch: Crowdwisdom, Crowdsourcing und Crowdfunding. Früher sagte man Genossenschaft dazu. Wobei wir heute mit dem Web ganz neue und weitere Möglichkeiten haben der Partizipation von Einzelnen an gemeinschaftlichen Vorhaben.
Ist dann jeder, der an der Idee mitgearbeitet hat, auch Anteilseigner der Unternehmung? Nun ist doch aber nicht jeder Input gleichwertig – wie ist das geregelt?
Ja. Im Projekt StartupWeekend ist jeder Teilnehmer, der vor Ort beim Event auch mitgewirkt hat, zu gleichen Teilen auch Teilhaber des Startups. Wir unterscheiden nicht nach der Menge und der Qualität des Inputs dabei. Alle Beiträge zum Gemeinwohl werden gemeinschaftlich genutzt. Dazu verpflichten sichg die Teilnehmer via der Teilnahmebedingungen.
Eine Unternehmensidee mit Hilfe des Crowdsourcing-Ansatz zu entwickeln, ist ja schön und gut – und der Prozess hat sicherlich ein größeres kreatives Potenzial als wenn kleine Teams oder Einzelpersonen ein Unternehmen kreieren. Aber irgendwer muss doch ab irgendeinem Punkt den Hut für die Umsetzung aufhaben. Wie geht das?
„Gesellschafter“ sind das eine, das „operative Management“ das andere. Das Management, das den Hut auf hat, wird aus der Menge der Teilhaber von ihnen gewählt. Jeder, der Manager des Startup sein möchte, muss sich vorher vorstellen und seine Motivation darstellen. das management bekommt konkrete Ziele von der Gesellschafterversammlung. Wie bei jedem Unternehmen auch. Auch vergleichbar mit Aktienunternehmen insbesondere.
Siehst Du in diesem Ansatz eine substantielle und langfristige Entwicklung?
Ja. Mein Partner Jason und ich sind gerade dabei ein entsprechendes Gründernetzwerk zu organisieren.