User Generated Wassonstnoch?

Wenn man vor Menschen aus Medienhäusern, den Ausdruck ‚User Generated Content‘ in den Mund nimmt, dann umspielt nicht selten ein Lächeln um die Lippen, das überheblichkeit („alles Amateure, wa?“) mit der Freude an Gratiscontent, den man mit Umsatz bringender Werbung umrahmen kann, wiederspiegelt.
Ich hätte dann manchmal Lust, denen so lange das Cluetrain Manifest vorzulesen, bis ein verstehendes Gllitzern sich in die Augen schleicht.
Ist ein bisschen so wie bei ‚Peer to Peer‘ (P2P), da denkt auch jeder an Filesharing oder bei ‚Distributed Computing‘, das seit jeher das SETI-Projekt in Erinnerung ruft.
Die Beteiligung der Nutzer an den Inhalten eines Projekts ist nicht nur Selbstzweck, es ist in einem Sinn eine philosophische Entscheidung, in dem Firmen-Philosophien keine sind. Es geht um eine echte Beteiligung der Nutzer an Strukturen.
Ein Beispiel dafür ist die „User Generated Infrastructure‘ bei fon.com bei dem sich Leute gegenseitig ihre DSL-Bandbreite per WLAN zur Verfügung stellen – weltweit. Ein anderes ist c,mm,n
(Englisch-Option nutzen!), bei dem eine ‚Community von Nutzern‘ aufgerufen ist, bis 2020 einen neuen Autotypen zu ‚generieren‘.
ähnlich wie die ökologische Denkweise längst kein Reservat für langbärtige Müslifans in Norwegerpullis mehr ist, wird sich ‚User Generated Content‘ als Basiskonzept für ganze Wirtschaftszweige durchsetzen. sozusagen als ein „globales Vorschlagswesen“ der Verbraucher, Nutzer und Mitdenker für Produkte, Dienstleistungen und – vielleicht sogar für die Politik?

The following two tabs change content below.
Heiko Ditges

Heiko Ditges

Heiko Ditges

Neueste Artikel von Heiko Ditges (alle ansehen)