Beatrix Gutmann: Guter Content ist immer noch ein Trendthema in diesem Jahr!

Im Vorfeld zum D2M SUMMIT haben wir auch unsere Ambassadoren um eine Einschätzung der Entwicklung rund um die Themen “Digitale Kommunikation” und Social Media gebeten. Hier kommen nun die ersten Antworten – den Start macht Beatrix Gutmann, Head of Social Media bei den WVW/ORA Anzeigenblätter. In verschiedenen Positionen bei Medien- als auch Markenunternehmen hat sie den Aufstieg von Online und Social Media miterlebt und gestaltet – und ist damit die perfekte Gesprächspartnerin für eine Status-Quo-Einschätzung.

beatrix gutmann

1. Wo stehen wir beim Thema “Digitale Kommunikation” und “Social Media Marketing” in Deutschland in 2015? Was sind für Dich die aktuellen Trendthemen, die das Thema vorantreiben?

Das Thema Social Marketing ist inzwischen auch in Deutschland angekommen. Noch vor ein paar Jahren haben die Marketing Abteilungen der Unternehmen wenig bis gar nicht die Sozialen Netzwerke in ihren Marketing-Mix eingeplant. Inzwischen wird auch immer mehr erkannt, wie wichtig die Ansprache über die zur Verfügung stehenden Kanäle ist. Insbesondere dann, wenn diverse Zielgruppen angesprochen werden und zwar über die unterschiedlichen sozialen Netzwerke. Besonders Love Brands finden hier gute Möglichkeiten, ihre Fans an die Marke zu binden.
Aktuelles Trendthema ist für mich vor allem das Bewegtbild, also Video Marketing. Erklärvideos z.B. sind voll im Trend. Das können Unternehmen geschickt für sich nutzen um direkt auf ihre Produkte hinzuweisen. Nach wie vor bin ich der Meinung, dass guter Content auch immer noch ein Trendthema in diesem Jahr ist. Mit interessanten Inhalten und aktuellen Themen, lassen sich die Nutzer an Marken und Medienunternehmen binden. Auch hier ist die Herausforderung, die Zielgruppe den richtigen Kanälen zuzuordnen.

2. Was sind für Dich spannende Beispiele aus den letzten sechs Monaten, die für Dich erfolgreiche Kommunikation und nachhaltiges Marketing darstellen?

Die Verantwortung der Werbetreibenden für nachhaltiges Marketing und die daraus resultierende erfolgreiche Kommunikation ist eine echte Herausforderung. Stichwort Vertrauen. Wer das meiner Meinung nach gut hinbekommen hat ist Innocent- das Obst zum Trinken. Smoothies liegen absolut im Trend und die Macher von Innocent haben das erkannt und bieten ihre Produkte erfolgreich an. Sie sind öko, die Verpackung ist recyclebar und die Transportwege CO2 freundlich, Teile des Gewinns gehen an gemeinnützige Institutionen. Neben dem Gesundheitsaspekt bemüht sich das Unternehmen, den Konsumenten zu guten Taten zu animieren. Mit der Aktion “Schenk einer Biene ein Zuhause” haben sie auf das Bienensterben aufmerksam gemacht und Menschen die Möglichkeit aufgezeigt, Bienen zu adoptieren. Zu Weihnachten gab es die Aktion “Das große Stricken”Hier wurden die Konsumenten aufgefordert, kleine Mützchen zu stricken, die jeweils die Innocent-Drinks zieren. 20 Cent pro Mützchen gingen an das Rote Kreuz. Die Aktion war erfolgreich und wurde unter anderem mit dem Hashtag #dasgrossestricken beworben. Für mich ein spannendes Beispiel, wie nachhaltiges Marketing und erfolgreiche Kommunikation was bewegen können.

3. Derzeit wird ja das Thema “Content” wieder ganz groß geschrieben und als Hebel für mehr Aufmerksamkeit und Gesprächsanlässe gesehen. Was ist Deine Meinung zu diesem Trend? Steckt dahinter ein substantieller Paradigmenwandel oder ist das dann doch nur der Versuch, die klassische Vermarktungsdenke einmal mehr mit einem neuen Hebel zu verlängern?

Das Thema “Content” ist ja nicht neu. Es ist alter Wein in neuen Schläuchen. Content, Storytelling oder Native Advertising gab es ja immer schon. Es wurde nur anders aufbereitet. Den Trend oder Paradigmenwechsel sehe ich darin, dass der Konsument über die Qualität von Werbung oder Content entscheidet. Darum sind die Bemühungen der Unternehmen deutlich höher, über die Bereitstellung von Inhalten die Nutzer  zu erreichen. Informationen sind wichtig für uns alle, und wenn sie relevant sind, dann ist es uns allen gleich, ob es werbliche oder nachrichtliche Inhalte sind. Google im übrigen auch.

4. Ist es ausreichend, die kommunikativen Anstrengungen nur auf die Bereitstellung von spannenden Inhalten auszurichten? Wo sehen Sie/siehst Du die großen Herausforderungen für erfolgreiche digitale Kommunikation und nachhaltige Aufmerksamkeitsgenerierung im digitalen Zeitalter?

Spannenden Inhalte sind wichtig aber digitale Kommunikation bedeutet nicht, einfach nur spannende Inhalte zur Verfügung zu stellen, sondern auch die Meinung der Rezipienten zu berücksichtigen. Im digitalen Zeitalter ist es nicht so leicht, aus der Masse des Contents herauszustechen. Das Kuratieren von Inhalten wird immer wichtiger und vor allem wertvoller. Google ist nun mal die Suchmaschine, die darüber entscheidet, wo meine Inhalte stehen. Und die Entscheidung, wie gut oder schlecht die Inhalte sind, trifft der Mensch. Erfolgreiche Kommunikation ist also die von Menschen für Menschen.

5. Wo stehen die Unternehmen beim Verständnis von der digitalen Transformation in Marketing und Kommunikation?

Meiner Meinung haben die meisten Unternehmen dazugelernt und bietet Webdienste, Apps und Plattformen an, um Kundenbeziehungen zu pflegen. Eine absolute Notwendigkeit in diesen Jahren. Wo es vor einem Jahrzehnt noch als modern galt, eine Website zu haben, deren statischen Inhalte lieblos präsentiert wurden, ist es für Unternehmen heute eine absolute Notwendigkeit mobile und agile Anwendungen anzubieten. Ob zu  Servicezwecken oder als  Mitmachapps, das Internet der Dinge wird mehr und mehr Teil unseres Alltags. Digitalisierung wird weiter voranschreiten, die Unternehmen müssen mitgehen, und der Takt wird schneller.

6. Welche Empfehlungen geben gibst Du, wenn es darum geht, das Umdenken in Marketing und Kommunikation voranzubringen. Wo und mit wem sollte angefangen werden?

Man sollt anfangen zuzuhören. Der Konsument/Nutzer/Leser/Fan hat vieles zu sagen. Und genau das tun die Menschen. Sie haben die Möglichkeit, Ihre Meinung, Ihre Kritik aber auch Lob immer und überall zu verkünden. Das Verbreiten von  Meinung und Nachrichten ist nicht mehr nur Sache von Medien und Unternehmen. Jeder ist in der Lage über Blogs, Bewertungsportale oder soziale Netzwerke zu berichten. Also ist zuhören wichtig, was will der Konsument? Wie kann ich ihn mitnehmen, in einen Entscheidungsprozess einbinden und somit zum Fan meiner Marke oder meines Unternehmens machen. Denn jeder Fan ist Multiplikator. Die Rechnung geht auf jeden Fall auf. Darum sollten Unternehmen in Social Media Marketing investieren und die Angst vor Kritik vergessen.



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