Anna Witek: Bei KMUs mangelt es eher an Ressourcen als am Bewusstsein

Anna WitekAnna Witek studierte Kulturwissenschaft in München und arbeitete während ihres Studiums in einer Kommunikationsagentur im Bereich der Krisenkommunikation. Im Anschluss war sie bei der Deutschen Auslandshandelskammer in Peking tätig, bei der sie Ihre internationale Kompetenz in der Kommunkationsarbeit festigen konnte.

Seit Anfang 2013 betreut Anna Witek bei Talkwalker als Market Manager den deutschsprachigen Raum und unterstützt Kunden aus unterschiedlichen Bereichen mit ihrer Expertise in Monitoring und Analyse.

1. Talkwalker ist Sponsor beim diesjährigen Social Media Monitoring Forum. Mit welchen drei Schlagworten würdest Du den aktuellen Status beim Social Media Monitoring beschreiben?

wachsende Bedeutung

ständige Weiterentwicklung, sowohl bei den Tools als auch bei den Netzwerken

„Enterprises go social, monitoring goes enterprises“

2. Als Anbieter von Social Media Monitoring habt Ihr sicherlich einen guten Einblick in verschiedene Branchen. Wie unterscheiden sich die verschiedenen Branchen in ihren Anforderungen an das Monitoring (oder warum ist die Branche vielleicht gar nicht so wichtig)?

Mittlerweile gibt es so gut wie keine Branche mehr, die vollkommen auf Social Media verzichten kann oder will. In diesem Sinne ist natürlich auch das Monitoring ein zunehmend wichtiger Begriff, gerade weil mittlerweile viele Prozesse, wie etwa der Kundensupport in den verschiedensten Branchen, zu großen Teilen über soziale Netzwerke abgewickelt werden. Der Fokus liegt dabei aber oft auf verschiedenen Netzwerken, das ist schon von der Branche abhängig. In Sachen Kennzahlen etwa würde ich sagen, dass für FMCG-Branchen beispielsweise das Engagement oft höher ist als z.B. für Pharma-Unternehmen, dementsprechend liegt hier auch oftmals ein Fokus.

3. Ist Social Media und damit das Monitoring wirklich schon bei allen Unternehmen angekommen, oder siehst Du in bestimmten Bereichen noch Nachholbedarf für Unternehmen?

Ob Social Media wirklich überall angekommen ist, ist schwer zu sagen. Es erscheinen ja ständig neue Netzwerke auf der Bildfläche, die wiederum für neue Branchen oder Unternehmen interessant sein können. Selbst Berufszweige, die man traditionell eher „konservativ“ einordnen würde, springen – wenn vielleicht auch etwas zögerlicher – doch immer mehr auf den Zug auf. Vor allem bei großen Unternehmen ist angekommen, dass sich ihre Kunden mehrheitlich in sozialen Netzwerken bewegen und dass es immense Vorteile bietet, wenn man sie dort abholt. Bei KMUs mangelt es eher an Ressourcen als am Bewusstsein.

4. Wenn Du Funktionen des Social Media Monitoring in Pflichtfunktionen und in Kür-/Premiumfunktionen unterteilen müsstest, welche Funktionen siehst Du wo?

Grundsätzlich setzt jeder Provider seine eigenen Schwerpunkte bei den Produkten, die er anbietet. Bei Talkwalker ist uns wichtig, dass wir für jedes Kenntnis-Level die passende Lösung haben. Das fängt ganz banal an mit unseren kostenlosen Talkwalker-Alerts, geht über die ebenfalls kostenlose Social Search für Monitoring-Einsteiger und richtet sich mit Talkwalker Pro an diejenigen, die tiefgreifende Analysen brauchen und auch wollen. Außerdem bieten wir neben dem reinen Monitoring auch umfassende Möglichkeiten wie z.B. Benchmarking und Reporting unter anderem dank unserer vielfältigen Dashboards.

5. Auf welche Social-Media-Plattformen sollten Unternehmen derzeit beim Monitoring verstärkt achten?

Das lässt sich pauschal kaum sagen. Es gibt ja Unternehmen mit sehr visuell orientierten Produkten, wie Make-up, Möbel oder Mode – für diese Branche ist Instagram eine interessante Plattform. In der Medienbranche ist dagegen nach wie vor Twitter der Kanal, der gerne und häufig genutzt wird. Prinzipiell muss jedes Unternehmen für sich entscheiden, worauf es den eigenen Fokus legt. Auf zu vielen Hochzeiten kann nun mal niemand gleichzeitig tanzen. Aber wird ein Kanal stärker bespielt als andere, werden natürlich auch mehr Nutzer aufmerksam darauf und der Buzz auf dieser Plattform nimmt zu.

6. Welche Entwicklungen beim Social Media Monitoring siehst Du für die nächsten ein bis zwei Jahre?

Social Media ist generell ein sehr spannendes, aber auch sehr schnelllebiges Feld. Ich denke, wir werden auch in Zukunft mit dem schnellen Aufkommen neuer sozialer Netzwerke und Plattformen rechnen können. Außerdem wird es immer wieder Änderungen bei den Etablierten geben – gerade bei Facebook erleben wir das ja öfter. In diesem Sinne werden sich auch Monitoring-Anbieter darauf einstellen müssen – was wir bei Talkwalker dank kurzer Release-Zyklen schon ziemlich gut auffangen können – dass auch für Monitoring- und Analyse-Tools entsprechende Anpassungen in schneller Folge notwendig sind.

7. Welche Erwartungen hast Du für das Social Media Monitoring Forum?

Events wie das Social Media Monitoring Forum bieten immer wieder eine tolle Gelegenheit, sich mit anderen aus der Branche auszutauschen. Dabei gibt es oft neue Impulse, die ich gerne mit nach Hause nehme und mit dem Rest unseres Teams teile.

Vielen Dank für das Interview, Anna!

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Frank Hamm

Frank Hamm ist selbstständiger Berater für Kommunikation und Kollaboration. Er berät und unterstütz Unternehmen, Organisationen und Personen bei dem digitalen Wandel. Über seine Themen Enterprise 2.0, Social Business, Social Collaboration, Public Relations, Social Media und Office Productivity bloggt er im INJELEA-Blog.