Social Overflow – Hört hier überhaupt noch irgendwer zu?

Mein Kollege Björn hat in seinem Blogpost Wird die Aufmerksamkeit in der sozialen Kommunikation zunehemend zum Problem? bereits die Marschrichtung für unser nächstes PR 2.0 FORUM am 14./15. Dezember 2011 in Hamburg dargelegt:

Als wir mit dem FORUM vor einigen Jahren gestartet sind, ging es primär darum, erst einmal die Möglichkeiten von Social Media für die PR darzulegen und die ersten Early Adopter auf diesem Feld mit Best Practices vorzustellen. Mittlerweile haben viele Unternehmen verstanden, dass Social Media gekommen ist um zu bleiben – und drängen nun auf Twitter, Facebook, YouTube etc. Jeder versucht dort, die angestrebte Zielgruppe mit der eigenen PR-Botschaft zu erreichen – aber gelingt das in dem ganzen sozialen Ge(t)witter überhaupt noch?

Mit welcher Vielzahl von Nachrichten wir heutzutage überschwemmt werden, zeigt der Artikel Social media users grapple with information overload in USA Today:

“A crush of popular social-media toys — Facebook, Twitter, Google, Yahoo, Yelp, social games, Skype, YouTube and Quora, to name a few — has opened the lines of communication between millions of people as never before. But the glut of tools and their features — chat, messages, instant messages, texting and tweets — has led to multiple conversations that can be head-spinning. (…) People are drowning in a deluge of data. Corporate users received about 110 messages a day in 2010, says market researcher Radicati Group. There are 110 million tweets a day, Twitter says (…)”

Dass man nicht auf jeden Tweet und jedes Status-Update auf Facebook regaieren kann und soll, ist eine besondere Eigenart der Social Media Kommunikation:

“(…) Social media is fundamentally different from more traditional forms of communication, like email and voicemail, both of which require attention and response. Social media is more like radio or television; you tune in when you have time and maybe you record a couple of favorite shows, but you don’t try to listen or watch everything. This is why I like to think of social media as more like a river that flows by: You enjoy dipping your toe into the water when you have time, but you don’t need to worry about the things that floated by when you were too busy to pay attention.” (Aus: Tips for Managing Social Media Information Overload)

Auch wenn wir also nicht unmittelbar auf die Informationsflut reagieren müssen, so müssen wir sie doch irgendwie verarbeiten. Das wird dann schwierig, wenn aus der Informations-Flut eine Überflutung oder Overload wird. Dazu eine wissenschaftliche Definition:

Als Information Overload bezeichnet man die Überlastung der am Kommunikationsprozess teilnehmenden Personen mit zum Teil irrelevanten Informationen. Diese Überlastung basiert auf der Tatsache, dass ein Mensch nur eine bestimmte Menge an Informationen während eines bestimmten Zeitraums verarbeiten kann. Sobald diese Grenzen überschritten sind, wird von Informationsüberlastung gesprochen. (…) Ein Reizüberangebot führt also zwangsläufig zu einer selektiven Wahrnehmung.

Und dass wir uns manchmal überlastet fühlen, ist kein Wunder: Bei fast neun Stunden Medienkonsum täglich – davon 100 Minuten aktive Internetnutzung – fühlt sich rund ein Drittel der Deutschen häufig von Informationen überflutet. Bei weiteren 30 Prozent ist dies zumindest manchmal der Fall (BITKOM-Studie, April 2011).

Zwischenfazit:
Informationsüberlastung ist ein Phänomen, das durch die ständige Verfügbarkeit des Internets und der Massenmedien durch Smartphones etc. immer mehr zunehmen wird. Konsumenten werden also verstärkt Filtermechanismen entwickeln, um mit der Menge an angebotenen Informationen umzugehen. Und damit stehen wir vor dem Alptraum eines jeden Komunikationsverantwortlichen: Selektive Wahrnehmung – was, wenn die eigene PR-Botschaft konsequent überhört oder weggefiltert wird? Damit werde ich mich in meinem nächsten Blogbeitrag befassen. To be continued.

 


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.