Networking the Experts: Live-Streaming-Aktion des "hidden champion" Leading Metalworking Technologies

Zur Leitmesse AMB 2010 in Stuttgart wollte Leading Metalworking Technologies (LMT) unter dem Motto „Networking the Experts“ das Thema Kooperation erlebbar machen und die Produkte der LMT attraktiv inszenieren. Zentrales Instrument dafür waren Live-Übertragungen aus dem Technologiezentrum und von Kooperationspartnern mit vier parallelen Videostreams. Beim PR 2.0 FORUM können wir mit Volker Reinsch, Leiter Marketing bei LMT, einen Blick hinter die Kulissen werfen.

1) Herr Reinsch, Sie sprechen beim PR 2.0 FORUM über die Nutzung von Videos und Live-Streaming bei LMT. Mit welchen drei Schlagworten können Sie Ihren Beitrag kurz umreißen?

Kooperation, Koproduktion und Anwenderorientierung

2) Sie haben Live-Streamings von einem Messeauftritt im Web bereitgestellt. Was genau steckte dahinter und was war die Zielsetzung dabei?

Die LMT ist ein klassischer „Hidden Champion“. Außerhalb einer relativ kleinen Gemeinschaft von Experten wissen nur wenige, was Präzisionswerkzeuge eigentlich sind und welche Rolle sie in der industriellen Produktion spielen. Der Harvard Marketing-Professor Theodor Levitt hat das sehr gut auf den Punkt gebracht: Niemand will einen ¼-Zoll Bohrer kaufen, sondern ein ¼-Zoll-Loch. In der Beschaffungslogik sind Werkzeuge C-Teile, rangieren also knapp über Arbeitshandschuhen. In der Produktion aber können sie eine enorme Hebelwirkung für die Produktivität haben, denn Werkzeuge sind im besten Sinne die Schnittstelle zwischen Maschinen und Werkstücken. Werkzeuge bündeln also ein ganz spezifisches Know-how, und sie sind immer nur so gut, wie die Zusammenarbeit von Anwendern, Maschinenbauern und unseren Experten. Damit ist auch ziemlich gut umrissen, was wir mit dem Messeauftritt erreichen wollten. Unter dem Motto „Networking the Experts“ wollten wir das Thema Kooperation erlebbar machen und unsere Produkte ungewöhnlich und attraktiv inszenieren. Und zwar nicht, indem wir selbst erzählen, wie gut unsere Werkzeuge sind, sondern Anwender und Partner aus dem Maschinenbau zu Wort kommen lassen und ihnen eine Plattform bieten um ihre Geschichte zu erzählen. Eine Geschichte, in der unsere Produkte eine wesentliche Rolle spielen, aber eben nicht die Hauptrolle.

3) Welchen Effekt hatte die Aktion und was sind Ihre Learnings daraus?

Auf der Messe hatten wir eine enorme Aufmerksamkeit und haben wirklich von allen Seiten, Wettbewerber eingeschlossen, großes Lob bekommen. Was ebenso wichtig ist: Die Partner aus dem Maschinenbau, bei denen wir mit unseren Außendrehs zu Gast waren, waren ebenfalls begeistert. Und für uns war das natürlich ein enormer Vertrauensbeweis, dass unsere Kunden mit uns live vor die Kamera getreten sind. Ein dritter Effekt ist der nach Innen. Da gab es schon einige Skepsis. Sie müssen sich vorstellen, dass wir auf dem Messestand quasi vollständig darauf verzichtet haben, Werkzeuge auszustellen. Stattdessen haben wir eine Multimedia- und Kommunikations-Lounge aufgebaut. Das ist für Vertriebsmitarbeiter, die gewohnt sind, ihren Kunden handfeste Produkte vorzustellen schon ungewohnt. Nachdem die Kollegen aber gesehen haben, dass die Technik funktioniert und das Publikum darauf positiv reagiert, waren sie überzeugt.

4) Welche Erwartungen haben Sie an das PR 2.0 FORUM? Was wird nach Ihrer Meinung dieses Jahr am heißesten diskutiert werden?

Ich komme aus dem klassischen Marketing und freue mich deshalb vor allem darauf, neue Perspektiven kennenzulernen. Eine heiße Diskussion erhoffe ich mir bei der Frage, ob wir es schaffen, mit Hilfe der neuen Medien die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Stufen der Wertschöpfungskette innerhalb des Unternehmen zu verbessern oder ob die Bereiche sich eher gegeneinander abschotten.