Bürgerjournalismus – Endlich den Wert erkennen

Das kommende Social Media FORUM, das nun am 23. März 2010 stattfinden wird, beschäftigt sich unter anderem mit dem Thema Hyperlocal Media.

Der Begriff selbst mag vielen neu sein, Bürgerjournalismus ist es jedoch nicht. Schon auf dem ersten Social Media FORUM im September 2007 sprach Dr. Matthias Möller von gogol medien über dieses Thema und stellte hierfür die Plattform MyHeimat.de vor.

MyHeimat.de ist ein Bürger-Journalismus-Portal, dessen Inhalte Nutzer generiert sind. Die Inhalte werden hierbei nicht nur online, sondern auch in einem monatlichen Print-Magazin veröffentlicht. Das Portal richtet sich dabei vor allem an Kleinstädte mit circa 10 bis 30 Tausend Einwohner, in denen Print-Produkte mit hochwertigem regionalen Inhalt nicht rentabel sind. Wettbewerber werden so nicht verdrängt, sondern ein zusätzlicher Markt geschaffen. Es entsteht ein örtlicher Kanal für Informationen und Meinungen.

Schon damals war das Fazit des Vortrages, dass myHeimat sicherlich eine Vorausschau auf die Zukunft von lokalen Printprodukten darstellt.

Doch der Wert dieses Marktes wird immer noch nicht in vollem Maße erkannt. Zwar bieten nun fast alle Regional-Zeitungen innerhalb ihres Online-Auftrittes auch Platz für lokale Informationen (wie gut umgesetzt von der Augsburger Allgemeinen mit Ihrem Mitmach-Portal “Servus“), jedoch ist der Hauptanteil immer noch der neutrale Agenturkram. Informationen werden nur noch aus dem Internet und von den Nachrichtenagenturen abgeschöpft und leicht umformuliert dem Leser serviert. Warum nutzt man als kleiner Verlag nicht “bürgergenerierte” Online- und Printprodukte und lässt den Bäcker von nebenan dort werben? Es sollte ein Ende haben den Großen nachzulaufen und sie versuchen zu imitieren. Das Alleinstellungsmerkmal der Kleinen ist nunmal die Bürgernähe und die emotionale Bindung. Wer blättert nicht hin und wieder seinen lokalen Anzeiger durch, um zu wissen, ob ein Flohmarkt stattfindet oder die Bücherei früher schließt. Und erst die Freude, wenn man selbst etwas dazu beitragen konnte. Unwichtiges kann hier auch wichtig sein und mit Hilfe professioneller Unterstützung qualitativ hochwertig präsentiert werden. Denn auch im Bürgerjournalismus wird, wie heute im redaktionellen Journalismus, die Spreu vom Weizen getrennt werden. Dem Bürger jetzt eine Plattform zu bieten mag aufwendig erscheinen, ist jedoch lohnenswert und längst nötig. Blätter, die sich darauf konzentrieren und spezialisieren werden gute Beiträge von Bürgerjournalisten drucken und den Wert erkennen.

Bürgerjournalismus

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